Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 2009

ERTRAGSLAGE

Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Im Berichtsjahr konnten wir unsere kumulierten Absatzmenge von Wafern und Solarmodulen deutlich erhöhen: Sie stieg um 38 Prozent auf 578 (2008: 418) MW. Dabei profitierte der Konzern von der steigenden Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Solarstromprodukten.

Der Konzernumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 12,5 Prozent bzw. 112,3 Mio. € auf 1.012,6 (Vorjahr: 900,3) Mio. €. Damit konnten wir die branchenweit gesunkenen Preise durch Absatzmengensteigerung überkompensieren.

Umsatz nach Segmenten // in Mio. €

Die konzernweite Auslandsquote belief sich auf 29,3 (Vorjahr: 54,0) Prozent. Diese Veränderung ist vor allem auf die in der 2. Jahreshälfte überproportional gestiegene Nachfrage im deutschen Solarmarkt zurückzuführen. Verstärkt wurde dieser Effekt zusätzlich durch die Rückläufigkeit des spanischen Markts.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im Geschäftsjahr 2009 auf 151,8 (Vorjahr: 263,3) Mio. €. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug 215,5 (Vorjahr: 318,4) Mio. €. Die konzernweite EBIT-Marge lag im Geschäftsjahr 2009 bei 15,0 (Vorjahr: 29,2) Prozent.

Der Konzerngewinn betrug im Berichtsjahr 59,0 (Vorjahr: 148,7) Mio. €. Zur besseren Beurteilung dieser Entwicklung ist zu berücksichtigen, dass bis zum Geschäftsjahresende gebildete latente Steuern in Höhe von 32,4 (Vorjahr: 19,8) Mio. € aufgrund des unsicheren Gesamtmarktumfelds bereinigt wurden und der Konzerngewinn im Vorjahreszeitraum durch den Erlös aus der Veräußerung von 65 Prozent der Anteile an der Gällivare PhotoVoltaic AB in Höhe von 13,4 Mio. € beeinflusst war. Der bereinigte Konzerngewinn erreichte 91,4 (Vorjahr: 135,2) Mio. €.

Auftragsentwicklung. Aufgrund des schwierigen Marktumfelds – gerade für reine Zell- bzw. Modulhersteller – ist es bei Wafer-Kunden unserer Tochtergesellschaft Deutsche Solar AG im Berichtsjahr zu Minderabnahmen gekommen. Da die zugrunde liegenden Verträge take-or-pay Verpflichtungen vorsehen, wurden die Kunden sukzessive kontaktiert, um z.B. über Nachholungen von Mengen Mindermengen auszugleichen. An dieser Stelle kam uns zudem unsere strategische Positionierung als integrierter Solartechnologiehersteller zu Gute, die zugleich auch Antwort auf die steigende weltweite Modulnachfrage war: So konnten wir Ausfallrisiken kompensieren, indem wir eine strategische Umschichtung von extern geplanten Wafermengen in eine konzerninterne Weiterverarbeitung vornahmen.  Ausfallrisiken  Absatzrisiken

Entwicklung wesentlicher GUV-Positionen. Die Personalaufwendungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 9,7 Mio. € auf 99,8 (Vorjahr: 90,1) Mio. €. Diese Erhöhung ist insbesondere auf den kontinuierlichen Beschäftigungsanstieg im Zuge unseres stetigen weltweiten Ausbaus der Produktionskapazitäten und des gestiegenen Absatzvolumens zurückzuführen. Die Personalaufwandsquote reduzierte sich leicht um 0,4 Prozentpunkte auf 9,4 (Vorjahr: 9,8) Prozent.

Die Materialaufwandsquote stieg auf 64,9 (Vorjahr: 49,2) Prozent. Dies ist im Wesentlichen durch Preissenkungen und die Bestandserhöhung der zu Herstellungskosten bewerteten unfertigen und fertigen Erzeugnisse zum 31. Dezember 2009 bedingt.

Die Abschreibungen erhöhten sich infolge der planmäßigen Fortführung der Investitionen zum Ausbau der Produktionskapazitäten um 8,5 Mio. € auf 63,7 (Vorjahr: 55,2) Mio. €.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 22,2 Mio. € auf 108,9 (Vorjahr: 86,7) Mio. € ist im Wesentlichen auf das erhöhte Produktions- und Absatzvolumen sowie die Investitionen in den Ausbau der Markenbekanntheit zurückzuführen. Die Aufwandsquote lag bei 10,2 (Vorjahr: 9,4) Prozent.

Entwicklung wesentlicher GUV-Posten // in Mio. €

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Vergleich zum Vorjahr insbesondere aufgrund von der Auflösung von erhaltenen Anzahlungen in Höhe von 25,5 Mio. € um 24,5 Mio. € auf 50,7 (Vorjahr: 26,1) Mio. €.

Gegenüber dem durch Wertberichtigungen auf Wertpapiere belasteten Vorjahresergebnis verbesserte sich das Finanzergebnis im Berichtsjahr um 54,5 Mio. € auf -20,1 (Vorjahr: -74,6) Mio. €.

Mehrperiodenübersicht zur Ertragslage* // in T€

2005

2006

2007

2008

2009

Umsatzerlöse

355.971

515.246

698.818

900.311

1.012.575

Umsatzerlöse aus fortgeführten Aktivitäten

 

509.139

689.588

900.311

1.012.575

Bestandsveränderung Erzeugnisse

12.387

30.916

-17.670

15.160

48.830

aktivierte Eigenleistungen

3.359

590

542

7.740

3.117

Sonstige betriebliche Erträge

14.856

96.185

57.253

26.123

50.653

Betriebsleistung

386.573

636.830

729.713

949.334

1.115.175

Materialaufwand

-210.902

-302.988

-333.654

-454.060

-691.062

Personalaufwand

-37.780

-54.958

-75.004

-90.130

-99.783

Abschreibungen

-19.687

-41.954

-42.054

-55.166

-63.659

Sonstige betriebliche Aufwendungen

-29.590

-59.351

-80.129

-86.718

-108.865

Zwischensumme

-297.959

-459.251

-530.841

-686.074

-963.369

Betriebsergebnis

88.614

177.579

198.872

263.260

151.806

Finanzergebnis

-4.850

1.285

-22.962

-74.591

-20.054

Ertragsteuern

-31.782

-49.811

-65.027

-53.422

-72.779

Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern)

 

1.513

2.373

13.432


Konzerngewinn/ -verlust

51.982

130.566

113.256

148.678

58.973

Kennzahlen // in Prozent

2005

2006

2007

2008

2009

Umsatzrendite

(Konzerngewinn bzw. -verlust/ Umsatzerlöse)

14,6

25,3

16,2

16,5

5,8

Materialaufwandsquote

(Materialaufwand/Umsatz ff. Aktivitäten zzgl. Bestandsveränderung und akt. Eigenleistungen)

56,7

56,0

49,6

49,2

64,9

Personalaufwandsquote

(Personalaufwand/Umsatz ff. Aktivitäten zzgl. Bestandsveränderung und akt. Eigenleistungen)

10,2

10,2

11,2

9,8

9,4

*Um das operative Ergebnis bereinigt um Wechselkursgewinne und -verluste darzustellen, hat sich der Konzern 2009 entschieden, das Wechselkursergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position „Sonstiges Finanzergebnis“ auszuweisen. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

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