Innovationsbericht 2009
Organisation Der Innovationsaktivitäten
Ganzheitlicher Innovationsansatz stärkt Marktposition. Die technologische Innovationskraft der SolarWorld trägt maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns in einem von Überangebot und Preisdruck geprägten Marktumfeld bei. Corporate Technology 2010+ Unsere Technologie- und Produktentwicklung basiert auf dem Verständnis der Wirkungszusammenhänge vom Silizium bis zum fertigen System. Das verschafft der SolarWorld einen wichtigen Wettbewerbsvorsprung, wenn es darum geht, Potenziale zur Kostensenkung auszuschöpfen und gleichzeitig die Qualität zu sichern und zu steigern. Auch Innovationen lassen sich durch Justieren einzelner Parameter zielgenauer umsetzen. Unser Entwicklungsauftrag leitet sich von den Anforderungen des Markts und denen unserer Kunden ab. Dabei folgen wir unserer Innovationsmaxime „Setting Benchmarks“: Wir wollen branchenweit Maßstäbe in der kristallinen Solarstromtechnologie einschließlich der PV-Systemtechnik setzen.
Organisation der SolarWorld Forschung und Entwicklung
SolarWorld Innovations – Konzernentwicklung vom „Lab zur Fab“. Das zentrale Innovationsmanagement liegt bei der SolarWorld Innovations GmbH an unserem deutschen Produktionsstandort in Freiberg/Sachsen. In dieser Wissenschaftsregion finden wir gute Bedingungen für unsere eigenen F&E-Aktivitäten und für Kooperationen. Im Berichtsjahr haben wir hier eine erweiterte Infrastruktur für Innovationen geschaffen: Im März 2009 nahmen wir unser Wafertechnikum mit einer jährlichen Nominalkapazität von 20 MW in Betrieb. Das neue Zell- und Modultechnikum, das ebenfalls mit einer jährlichen Nominalkapazität von 20 MW ausgestattet ist, konnten wir im Berichtsjahr nahezu fertigstellen. Im 1. Quartal 2010 haben unsere Entwicklungsteams dort die Arbeit aufgenommen.
Unsere Technika haben eine hohe strategische Bedeutung für den Konzern und sind das Herzstück unserer Entwicklung: So erhöhen wir die Produktivität im laufenden Fertigungsbetrieb, indem wir die Entwicklung auf die Technika auslagern. Wir entwickeln dort unter produktionsähnlichen Bedingungen neue Prozessvarianten und Automatisierungslösungen, zudem optimieren wir im Pilotmaßstab den Einsatz von Betriebsstoffen. Dieses produktionsnahe Kernwissen könnten weder wir noch irgendein anderer Hersteller von Instituten oder Zulieferfirmen zukaufen – ein Wettbewerbsvorsprung für die SolarWorld. Erst bei Produktionsreife überführen wir die Ergebnisse in die laufende Fertigung und schaffen dabei Standards für alle internationalen Standorte: unsere „Corporate Technology“.
Ein weiterer Vorteil der konzentriert bei der SolarWorld Innovations angesiedelten F&E-Aktivitäten: Wir nutzen Synergien in der Qualitätssicherung mit unseren 2009 weiter ausgebauten Entwicklungs- und Prüflaboren, in der Patent- und Literaturverwaltung, im Projektmanagement und der Koordination öffentlich geförderter Entwicklungsvorhaben sowie im zentral gesteuerten Intellectual-Property-Management (IP-Management). Deutlich mehr Erfindungen gemeldet
Produktmanagement schafft Innovationen nah am Kunden. Der Wissenstransfer und Austausch mit unseren anderen Produktionsstandorten erfolgt über regelmäßige Foren und Workshops. Überdies arbeiten in unseren Produktionstechnologieteams die Mitarbeiter der einzelnen Fertigungsbereiche mit den Kollegen der SolarWorld Innovations eng zusammen. Zukunftsinterview Kundennahe Innovationen in der Systemtechnik entstehen im Produktmanagement der SolarWorld AG in Bonn: Hier arbeiten unsere Ingenieure auch in enger Kooperation mit Vertrieb und Customer Service.
Innovationsziele und -schwerpunkte 2009 // marktreife Produkte 2010+
STRATEGISCHE INNOVATIONSZIELE |
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| Unsere strategischen Innovationsziele bedingen sich gegenseitig: Wenn wir Qualität sichern und steigern, optimieren wir zeitgleich Prozesse und Materialeinsatz. | ||||
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OPERATIVE ZIELE 2009 / 2010+ |
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ERREICHTE ZIELE 2009 / MARKTEINFÜHRUNG 2010+ | 2009 haben unsere F&E-Aktivitäten zu einer Kostensenkung analog zur Degression zum 1.1.2010 im Rahmen des EEG beigetragen Zielerreichung 2009 und Ziele 2010+
Wesentliche Stellschrauben waren:
Zur Kostensenkung trugen außerdem viele einzelne, auch kleine Einsparungen im gesamten Herstellungsprozess bei. Hinzu kommen diverse Verfahrensverbesserungen in der Produktion sowie Qualifizierung alternativer Zulieferprodukte oder Zulieferer.
2009 brachten wir folgende Neuprodukte und Produktverbesserungen zur Marktreife:
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F&E-Mitarbeiterzahl erhöht. Unsere Mitarbeiter sind ein entscheidender Erfolgsfaktor für unsere F&E-Aktivitäten. Deshalb legen wir ein besonderes Augenmerk darauf, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und langfristig zu binden. 2009 haben wir die Mitarbeiterzahl bei unserer F&E-Tochter SolarWorld Innovations erneut erhöht. Die Steigerung betrug 13,8 (Vorjahr: 42,9) Prozent. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Konzernmitarbeiter betrug insgesamt rund 4,5 (Vorjahr: 4,4) Prozent.
Entwicklung der F&E-Mitarbeiterzahlen
Aufgrund der in diesem Jahr veränderten Segmentberichterstattung Segmentstruktur angepasst beziehen sich die angegebenen Mitarbeiterzahlen ausschließlich auf die SolarWorld Innovations GmbH, und zwar auf die dort festangestellten Beschäftigten inklusive studentischer Mitarbeiter wie z.B. Diplomanden und Werksstudenten. Die SolarWorld Innovations nahm ihre Geschäftstätigkeit zum 1. Januar 2008 auf.
Neben den Mitarbeitern der SolarWorld Innovations nahmen auch zahlreiche Beschäftigte aus anderen Konzernbereichen und in unseren Joint Ventures F&E-Aufgaben wahr: 2009 waren z.B. 69 (Vorjahr: 121) Mitarbeiter aus den Freiberger Produktionsbetrieben im Rahmen von öffentlich geförderten Betriebsversuchen an Forschungsprojekten beteiligt. Bei der SolarWorld AG haben wir den Bereich Systemtechnik personell gestärkt. So beschäftigten wir im Produktmanagement elf (Vorjahr: 7), in der Entwicklung „Konstruktion“ sieben (Vorjahr: 5) und der Entwicklung „Software“ drei (Vorjahr: 2) Mitarbeiter.
Hoher Anteil an Facharbeitern. Bei unserer Personalpolitik achten wir aufgrund der Breite unserer F&E-Aufgaben auf ein insgesamt ausgewogenes Verhältnis von Ingenieuren und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen. Aus dem Aufbau unserer neuen Technika und damit verbunden einer zunehmend produktionsnahen Entwicklungsarbeit ergibt sich darüber hinaus ein hoher Anteil von Facharbeitern bei der SolarWorld Innovations. Entwicklung der F&E-Mitarbeiterzahlen Die große Bedeutung, die wir der Ausbildung und Förderung von hochqualifiziertem Nachwuchs im Konzern zuschreiben Mitarbeiter begeistern, gewinnen und halten mit starker Arbeitgebermarke spiegelt sich in einer hohen Zahl studentischer Mitarbeiter wider.
Kooperationen stärken Wissensbasis. Im Berichtsjahr erweiterten wir unser konzerninternes Know-how durch Kooperationsprojekte mit Universitäten, Instituten und anderen externen Kompetenzträgern. 2009 kooperierten wir insgesamt mit 25 internationalen Forschungseinrichtungen (Vorjahr: 21), eine Steigerung um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Am Standort Freiberg arbeiten unsere F&E-Teams auf einem gemeinsamen Technologiecampus eng vernetzt mit wissenschaftlichen Einrichtungen, vor allem der Technischen Universität Bergakademie Freiberg (TUBA) und dem Fraunhofer Technologiezentrum Halbleitermaterialien (THM), sowie Startup-Unternehmen des benachbarten Gründer- und Innovationszentrums Freiberg (GIZeF).
Außerdem unterstützen wir grundlegende Forschung und Entwicklung sowie die deutsche Forschungslandschaft im Bereich Photovoltaik durch sogenannte Clusterprojekte wie etwa SolarFocus, LOANA, PV Zuverlässigkeit. Ein Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit externen Partnern ist ein Projekt der SolarWorld mit dem Fraunhofer THM Freiberg und dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB) Erlangen. Gemeinsam haben die Forscher herausgefunden, wie sie durch den Einsatz von Magnetfeldern bei der industriellen Produktion von Siliziumkristallen spezielle Materialfehler vermeiden und somit Kosten deutlich senken können. Für die gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurde den Teams der Georg Waeber Innovationspreis 2009 des Förderkreises für die Mikroelektronik e.V. verliehen.
Externes Know-how ergänzt eigene Entwicklung. Im Rahmen einer engen Kooperation zur Entwicklung eines neuartigen Metallisierungsverfahrens für Solarzellen haben wir uns eine exklusive Option auf das Grundlagen-Know-how unseres Entwicklungspartners gesichert. Bei erfolgreicher Demonstration der Produktionsreife, welche für 2010 geplant ist, können wir diese Option ziehen. Wir ergänzen unsere eigenen Innovationen in diesem Bereich dadurch optimal und streben die Schaffung eines einzigartigen Produktmerkmals an.
Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr wie in den Vorjahren kein wesentliches Know-how eingekauft. Dennoch verfügte die SolarWorld selbstverständlich über zusätzliches, externes Know-how durch Aufträge oder Kooperationen insbesondere mit Geräteherstellern und Forschungseinrichtungen.
Deutlich mehr Erfindungen gemeldet. Der Schutz von geistigem Eigentum hat nicht zuletzt aufgrund der verschärften Wettbewerbssituation in der Solarbranche eine hohe Priorität bei der SolarWorld und wird durch unser zentrales IP-Management sichergestellt. Konzernweit meldeten unsere Mitarbeiter 2009 28 (Vorjahr: 18) Erfindungen, eine deutliche Steigerung um 55,6 Prozent. Die IP-Quote an unseren deutschen Standorten, das Verhältnis der Erfindungsmeldungen zur F&E-Mitarbeiterzahl, hat sich 2009 ebenfalls deutlich erhöht auf 31 (Vorjahr: 23) Prozent.
Aufgabe des IP-Managements ist es zudem, unser Patentportfolio laufend auf Wirtschaftlichkeit zu überprüfen: So haben wir 2009 u.a. alte Patente mit geringem Kosten-Nutzen-Verhältnis aus unserem Bestand an Schutzrechten und Schutzrechtsfamilien genommen, so dass deren Anzahl im Vergleich zum Vorjahr sank.
Effizienzziel erreicht. Maßstab für unsere Forschungseffizienz ist die Kostensenkung. Mindestziel 2009 war die im Erneuerbaren-Energien-Gesetz festgelegte Degression zum 1. Januar 2010. Im vergangenen Jahr ist es uns gelungen, die Kosten entsprechend dieses Zielkorridors zu reduzieren – durch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess bei dem insbesondere die Steigerung der Modulleistung sowie der Effizienz unserer Solarzellen ausschlaggebend war. Zielerreichung 2009 und Ziele 2010+
Kennzahlen Schutzrechte
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Erfindungsmeldungen |
IP-Quote* |
Besitz Schutzrechte bzw. Schutzrechtsanmeldungen |
Besitz |
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|
2008 |
18 |
23% |
220 |
103 |
|
2009 |
28 |
31% |
209 |
87 |
* Verhältnis der Anzahl Erfindungsmeldung zur Anzahl F&E-Mitarbeiter
Entwicklung der F&E-Aufwendungen*
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2006 |
2007 |
2008 |
2009 |
|
F&E-Aufwendungen gesamt |
8,6 |
10,8 |
13,0 |
12,0 |
|
Geförderter Anteil (in %) |
45,3 |
34,2 |
18,5 |
15,0 |
* Angaben exklusive F&E unserer forschenden Joint Ventures
Forschungsquote und -intensität // in Prozent
|
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2006 |
2007 |
2008 |
2009 |
|
Forschungsquote |
1,7 |
1,6 |
1,4 |
1,2 |
|
Forschungsintensität |
1,8 |
2,0 |
1,9 |
1,2 |
[Forschungsquote = F&E-Aufwendungen/Umsatz x 100] – exklusive F&E der Joint Ventures
[Forschungsintensität = F&E-Aufwendungen/Gesamtaufwand x 100] – exklusive F&E der Joint Ventures
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